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Energieeffizienzanalyse

 

DefinitionEnergieeffizienzanalyse

Eine Energieeffizienzanalyse soll die Optimierungspotenziale eines Unternehmens aufzeigen, um eine Reduzierung von Energiekosten und -verbrauch systematisch und zielgerichtet durchführen zu können. Sie beinhaltet eine Beurteilung aller Energieerzeuger und -verbraucher, das Aufspüren von Einsparpotenzialen und das Erarbeiten von Verbesserungsvorschlägen zur Steigerung der Energieeffizienz.

Grundsatzfragen

Um die Eignung eines Unternehmens zur Energieeffizienzsteigerung zu testen, sollte es folgende Grundsatzfragen beantworten können.

  • Ist der gesamte Energieverbrauch des Unternehmens, aufgeschlüsselt nach Energieträgern und bewertet nach Kilowattstunden, sowie die damit korrespondierenden Kosten bekannt?
  • Ist der Energieeinsatz pro produzierter Einheit berechnet?
  • Sieht die Unternehmensleitung den momentanen Energiebedarf als zu hoch an?
  • Steht im Unternehmen eine Optimierung der Anlagen- und/oder Produktionstechnik an?
  • Verfügt das Unternehmen über bisher ungenutzte Energieabfälle, z.B. Wärmeenergie aus Abluft, Abgas, Abwasser, Motorenwärme? Wie hoch sind diese?
  • Ist der Energiekreislauf des Unternehmens bekannt und kann man diesen energetisch und wirtschaftlich bewerten?

Um diese Fragen komplett beantworten zu können, muss meistens vorher eine Energieeffizienzanalyse durchgeführt werden. Diese beinhaltet eine Beurteilung aller Energieerzeuger und -verbraucher, das Aufspüren von Einsparpotenzialen und das Erarbeiten von Verbesserungsvorschlägen zur Steigerung der Energieeffizienz. Aufgrund der Komplexität der Energieerzeugungs- und -verbrauchseinrichtungen sollte hierbei auf fachkundige Unterstützung zurückgegriffen werden.

Abb. 1: Verknüpfungen der Energiesysteme in einem Unternehmen

Energieeffizienzanalyse

Die Grundlagen einer Energieeffizienzanalyse

Zu Beginn jeglicher Energieeffizienzbeurteilungen müssen alle am Unternehmensstandort vorhandenen Verbraucher identifiziert werden. Dies ermöglicht eine gezielte Konzentration auf Bereiche, die wirtschaftliche Energieeffizienzpotenziale erkennen lassen.

Im Rahmen einer Energieeffizienzuntersuchung ist es meist nicht nötig, dass Messgeräte installiert werden, da sich alle erforderlichen Angaben mathematisch ermitteln und erschließen lassen. Diese Vorgehensweise stammt ursprünglich aus der Schweiz und ist heute ein gebräuchliches Mittel, weil eine erste Energieeffizienzanalyse sonst nicht bezahlbar wäre.

Außerdem ist der Zeitraum für eine Messung viel zu lang andauernd. In der Regel ist man heute in der Lage, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) innerhalb eines Tages zu analysieren und dabei die größten Schwachstellen aufzuzeigen. Größere Unternehmen können durchaus vier bis fünf Tage erfordern, aber eine Energieeffizienzanalyse darf niemals Monate dauern!

Ziel einer Energieeffizienzanalyse

Zielvorgabe für eine erfolgreiche Energieeffizienzuntersuchung für Gewerbe und Industrie muss es sein,

  • den gesamten Energiebedarf aller im Unternehmen bezogenen Energieträger langfristig zu reduzieren,
  • Energiekreisläufe zu schließen und
  • ungewollte Energielasten zu erkennen, in das Gesamtsystem zu integrieren und ggf. gezielt abzuführen.

Aus der Analyse muss ein klares Energiekonzept abgeleitet werden können. Anhand dessen sollte ein Leitfaden erarbeitet werden, der alle folgenden Maßnahmen – auch die Wechselwirkungen sowie die Beurteilung von Investitionsentscheidungen hinsichtlich des verfügbaren Potenzials – berücksichtigt. Er soll für die kommenden Jahre die Unternehmensentscheidungen beeinflussen, prägen und lenken.

Bei der Ausarbeitung eines langjährigen Leitfadens sollte frei von jeglicher Systemideologie das größtmögliche Einsparpotenzial aufgespürt, mathematisch berechnet und die wirtschaftlich rentable Einsparung dargestellt werden.

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